Sonntag, 31. Januar 2016

Willkommen im Jahr 2016

So lange habe ich nichts geschrieben. Aber hier wird nicht lange erklärt, hier wird einfach der Staub weggewischt und weiter geht´s.

Der Wusel ist mittlerweile 2,5. Ein lustiger kleiner Kerl, der viel singt (aramsamsam) und tanzt (am liebsten zu kölscher Karnevalsmusik), sehr viel über sich selber und seinen eigenen Quatsch lachen kann und generell so gut wie immer fröhlich ist.

Wir gehen zum Turnen, zum Musikgarten und seit diesem Jahr in eine offene Spielgruppe. Einen Kindergartenplatz hat er fest ab September, eventuell auch schon ab Juni.

Sprachlich hat sich wahnsinnig viel getan. Nachdem er sich da viel Zeit gelassen hat ist Weihnachten der Knoten geplatzt. Da stand er plötzlich vor dem Weihnachtsbaum und sagte "Schokolade" und seither hat er ein großes Interesse an 4silbigen Wörtern entwickelt, "Dampfeisenbahn" z.B.
Seit dieser Zeit überrascht er uns jeden Morgen nach dem Aufwachen mit neuen Quasseleien und ganzen Sätzen.

Ein paar Eigenkreationen begleiten uns jedoch noch und ich bin auch nicht unglücklich darüber.
jolijo - immer noch Flugzeug
taumtum - Gummibärchen und Betonmischer (fragt mich nicht...)
keppe - ketchup und
fiki - kiwi :D


So fröhlich und glücklich wie ich mit meinem Wuselkind bin, so unzufrieden bin ich mit der derzeitigen Weltgeschichte.
Menschenverachtung wird wieder gesellschaftsfähig. Es sterben täglich Kinder und hier wird über Obergrenzen diskutiert.
P.egida ist laut, die A.fD möchte uns mit ihrem Wahlprogramm mindestens 60Jahre zurückversetzen. Lest es mal, es ist erschreckend.

Die "normalen" Menschen leben ihr Leben weiter und genau das ist das Problem. Die B.rüllaffen sind laut und wirken dadurch, als wären sie in der Mehrheit. Sie sind aber in der Minderheit. Noch. Hoffe ich.
Ich versuche seit einiger Zeit gegenzuhalten. Ich schreibe und diskutiere mit Menschen, bringe Fakten auf den Tisch, entlarve Propaganda. Die ganz rechten kann man nicht erreichen. Aber vielleicht kann ich nur einen Mitläufer zum Nachdenken bringen, dann ist schon viel erreicht.

Für mich steht fest:  Das ist nicht die Welt, in der mein Sohn groß werden soll. Er soll aufwachsen als toleranter, hilfsbereiter junger Mann, dem der Rest der Welt nicht egal ist. Unsere rosa Blase ist schon lange geplatzt.
"Man kann sie ja nicht alle retten" höre ich oft. Nein, das kann man nicht. Aber man kann es wenigstens versuchen und wir müssen es versuchen. Jetzt. Für unsere Kinder.

Montag, 8. Juni 2015

Wieder ein Jahr

Mein großes Wuselchen,

morgen wirst Du schon zwei Jahre alt. Zwei Jahre! Du bist schon lange kein Baby mehr, sondern ein lustiges Kleinkind mit vielen Flausen im Kopf und fast immer guter Laune. Freundlich bist du auch. Du verzauberst deine Mitmenschen und teilst alles, was du hast.

Und einen eigenen Kopf hast du. Das ist manchmal ziemlich anstrengend für deinen Papa und mich und trotzdem finden wir das super.
In deinem neuen Zuhause hast du dich schnell eingewöhnt.  Schneller als ich. Du buddelst in deinem Sandkasten, giesst Blumen mit deiner eigenen kleinen Gieskanne, fährst mit dem Auto, dem Bobbycar oder dem Bollerwagen über den Hof oder spielst Fußball. Auch im Haus bist du immer schwer beschäftigt. Wenn du mir nicht gerade bei irgendwas hilfst - du bist der Tollste kleine Helfer, den ich habe! - dann spielst du. Alleine oder mit einem von uns.

Deinem Bärchen hast du nun auch einen Namen gegeben - Bärbel. Keine Ahnung, wie du darauf kamst, plötzlich strahltest du und sagtest "Bärbel!". Seither liest du Bärbel Bücher vor, bekuschelst ihn, oder lässt ihn auf dem Auto fahren. Sehr süß ist das!

Und jeden Tag kommt ein neues Wort dazu, z.B. Guke für Gurke oder Jogo für Jogurt. Ja, Essen liebst du immer noch sehr. Du bist ein sehr unkomplizierter Esser. Alles wird probiert und nur sehr wenige Dinge magst du nicht.

Die Nächte sind auch besser. Ab und an sucht mich nachts deine kleine Hand und du schläfst direkt mit einem wohligen Seufzer weiter. Ich bin so glücklich darüber jeden Tag neben dir aufzuwachen.

Überhaupt bin ich wahnsinnig glücklich darüber, deine Mama sein zu dürfen. Du bist das tollste und großartigste Kind auf der ganzen Welt und ich liebe dich über alles.

Montag, 4. Mai 2015

Der letzte Monat in Köln

Die liebe Zeit, sie rast nur so davon.
Heute in vier Wochen ist der Umzug bereits vollbracht und wir werden versuchen das Chaos zu beseitigen und aus dem Häuschen ein Heim zu machen.
In den Tagen vorher werde ich viele Dinge zum letzten mal tun, bis ich dann endgültig unsere Wohnung verlasse, in mein Auto steige und auf der Autobahn gen Süden fahre. Wahrscheinlich mit einem Tränchen im Auge.

Bis dahin sind viele Dinge zu erledigen.
- Mein AG weiß immer noch nicht, dass ich umziehen werde *hüstl* Ist jetzt nicht dramatisch, meine Elternzeit geht so oder so bis Juni 2016.
- Viiieeeele Abschiedsbesuche bei lieben Leuten stehen an
- Meine oberen Weisheitszähne müssen noch raus, übermorgen! 
- Die U7 steht an und auch die letzte MMR+V-Impfung
- Ich möchte nochmal in den Zoo, in die Stadt, in den Park, zum Flughafen, zum Bahnhof, in die süßen kleinen Kinderläden auf der Zülpicher Str....
- Kurz nach dem Umzug hat B.enno Geburtstag, da habe ich zum Glück schon ein paar Ideen gesammelt
- Und es müssen natürlich noch Kisten gepackt, Sachen verkauft und die Wohnung für die Übergabe vorbereitet werden

Mut zur Lücke, wird schon alles.

Montag, 27. April 2015

Endspurt!

Das waren zwei harte Wochen. Im Haus wurde fleissig gewerkelt, B.ennis Brüder kamen für eine Woche zum Helfen und alle arbeiteten von früh bis spät. In der ersten Woche standen sich die Arbeiter teilweise gegenseitig im Weg, ausser uns arbeiteten die Maler, der Parkettschleifer und die Bodenleger. 
Es ist immer noch nicht alles geschafft, aber wir sind guter Dinge, dass die wichtigsten Dinge (Bad und Elektro) noch bis zum Einzug fertig werden.
Für B.enno war das wieder hart, er hatte aber auch viel Spaß mit seinen Onkel. 

Der Garten und der Hof wurden von Schuttbergen und von Müll befreit und ich habe mit B.enno mit ersten Gartenarbeiten begonnen. Das scheint ihm Spaß zu machen, er schippt Erde, giesst Blumen, spielt mit dem Ball oder fährt mit Auto oder Bollerwagen hoch und runter. 

Im Flur wurde frisch tapeziert und gestrichen. Der uralte Steinboden (~100Jahre) wurde von Kleberesten befreit. Meine Mutter und meine Tante haben sich böse geplagt und stundenlang geschabt, ich habe dann das letzte Drittel übernommen. Es hat sich aber gelohnt, er ist wirklich schön geworden! Die Treppe wirde noch abgeschliffen und lackiert. 

Das Büro ist tatsächlich fertig und einzugsbereit!

Unser neues Wohnzimmer, der Eiche-Parkettboden ist sooo schön geworden!! Ende Mai kommt die Treppe.

B.ennos Zimmer, der alte Dielenboden wurde geschliffen und lackiert, seine Kuschelecke mit Teppich ausgelegt. Ich freu mich schon auf´s Einrichten und Dekorieren!

Und das war B.ennos Wand noch vor ein paar Wochen. Man sieht zwei von 4 Tapetenschichten, die sehr mühsam entfernt werden mussten.  So sah es tatsächlich im ganzen Haus aus... Säckeweise wurden Tapetenreste auf den Bauhof gefahren.

Zum Schluß noch ein paar Bilder von meinem süßen Schatz. Es waren auch für ihn zwei harte Wochen und er hat oft geweint. Er hat das trotzdem ganz toll mitgemacht und auf der Heimfahrt haben wir einen Stop am Frankfurter Flughafen eingelegt. Da war er dann endgültig wieder happy. :)
Die Bilder oben sind auf dem Balkon der Oma entstanden, da hat er den Ausblick wirklich genossen.

Freitag, 3. April 2015

Blog-Stille

Schon lange wollte ich einen neuen Blogbeitrag schreiben. Aber irgendwas ist ja immer. Eigentlich dreht sich alles um das Häuschen, ständig. Man mailt, telefoniert, die Helfer schuften wie wild und müssen sich mit den Handwerkern und den ganzen Problemchen vor Ort rumärgern. 

Und während hier auf dem Blog Stille herrscht ist es bei uns zu Hause gar nicht still. Der Wusel entdeckt so langsam die Vorzüge der Wörter und der Sprache, nachdem er sich damit bisher eher Zeit gelassen hat. Und deshalb wollte ich endlich aufschreiben, wie der Wortschatz hier zur Zeit ist.

Mama/Papa - ja, endlich sagt er auch Papa, der freut sich wie Bolle!
ja/nein
doooo - doch
daaade - danke 
lea - leer
hais - heiß
heia 
aua
nana - Banane
Wua - Wurst 
Ei
zu - Tür zu, Fenster zu, Jacke zu...
aus - rausgehen
auf - aufstehen 
mjammjam
Lidl
hallo
jolijo - Hubschrauber und Flugzeug
tata - Feuerwehr und Polizei
eis - bedeutet sowohl Eis, Mais und Eisenbahn
Krra -KranKlo
Pipi
kacka 
tuttut

und noch ein paar Geräusche 
brmmmm - sehr realistische Autogeräusche beim Spielen
Muuuh
Gackgack
Wuuu

Es ist so schön!

 Mein kleiner fleissiger Helfer.

Du stellst unsere Welt auf den Kopf <3

Montag, 16. März 2015

Baustellen-Chaos

In der vergangenen Woche waren wir im Häuschen und haben gewerkelt. Und mit uns viele fleissige Helfer. Die Elektrik wurde fast vollständig erneuert, viele Schlitze mussten geklopft und Dosen neu gesetzt werden. Benni hat dem Freund meiner Mutter dabei geholfen und sie sind fast fertig geworden.
Meine Mutter, mein Vater und meine Tante haben Tapeten entfernt. Und das waren viele Tapeten! Teilweise in bis zu 5 Schichten und quer durch die Epochen der letzten 50 Jahre - Blumen, Streifen, barocke Muster, ...
Ich habe mich ausschliesslich um das Wuselkind gekümmert, der ganz schön durch den Wind war und mir teilweise wirklich Leid getan hat. Die fremde Umgebung, die fehlende Tagesstruktur, ständig Termine, Papa hat keine Zeit und ständig hörte er "Nein!" (so eine Baustelle ist einfach nicht kindersicher zu gestalten).

Achtung, Bilderflut:
 Die Veranda dient als Lagerraum. Die Holzvertäfelung vom Haus ist schon runter, die dEcke wird noch weiss gestrichen. 

Und rein ins Haus. Kabel, Kabel, Kabel...

 Noch mehr Kabel. Das ist das zukünftige Büro.

Küche/Essszimmer. Links Blick auf die zukünftige Küche (U-Form), rechts Richtung Veranda. 


 Unser neues Wohnzimmer. Einmal Blick von der Küche und einmal Blick von der Fensterfront vom Garten aus. 

Flur oben. 

 Und jetzt das allertollste: B.enno hat eine eigene kleine Zwergentür aus seinem Zimmer zur Toilette. Mal schauen, ob er das irgendwann mal so toll findet wie ich. :D

Sonntag, 1. März 2015

Persönlicher Aschermittwoch

Das war´s. Mein letztes Karneval in Köln.
Ich mag die ganze Atmosphäre, am 11.11. lief den ganzen Tag das Radio mit Karnevalsmusik auf der Arbeit und ich mag die Zeit ab Weiberfastnacht. Die Stunksitzung, die Fernsehsitzungen, die Traditionscorps, die Redner und natürlich die Musik.

Ich war mittendrin, in der lachenden Kölnarena, in der Südstadt, in der Kneipe an der Ecke. Hab mit den Bläck Fööss gesungen, mit Fremden geschunkelt und mit Freunden getanzt. Das alles wird mir fehlen. Und mit dem Aschermittwoch begann der erste bewusste Abschied, das war es also. Nie wieder Karneval als Kölner, nur noch als Tourist.

Im September hätte ich 11jähriges Köln-Jubiläum gefeiert, eigentlich die perfekte Kölsche Zahl um Köln wieder zu verlassen
Ich bin wehmütig und merke immer mehr, wie schwer mir der Abschied von Köln fällt.Noch drei Monate, es geht plötzlich alles so schnell.